GALERIE HISTORIE


EINE KREFELDER KUNST-GESCHICHTE:
25 JAHRE GALERIE HEIDEFELD & PARTNER
Retrospektive 1994 - 2019
Krefeld. Art-Anfänge. Im imaginären Krefelder Kulturkalender 1994 wären auch zwei Notizen zu finden, die den Beginn beständiger Kunst-Aktivitäten markieren. Es ist das Jahr, in dem die Adolf Luther-Stiftung erstmals ihren Kunstpreis für junge Künstler verleiht. Und in der Seiden-Passage am Ostwall 64 – 66 eröffnet eine neue Galerie ihre seinerzeit noch deutlich kleineren Räume: Heidefeld & Partner. Somit kann das Kunsthaus nunmehr sein 25jähriges Bestehen feiern. In diesem Vierteljahrhundert realisierte die Galerie über 100 Ausstellungen - und etablierte sich als feste Größe in der rheinischen Kunstszene mit internationaler Ausrichtung. Denn auch die Präsentation von Künstlerinnen und Künstlern insbesondere aus den Benelux-Staaten und den USA zählt schon seit den Anfängen zu den programmatischen Schwerpunkten von Heidefeld & Partner.

Ein Freund der Galerie: Herbert Zangs

Eine ihrer ersten Ausstellungen widmete die Galerie dem Krefelder Herbert Zangs. Es war ein günstiger Zeitpunkt. Denn nach der bedeutenden Zangs-Präsentation „Das offene Bild“ im Westfälischen Landesmuseum in Münster im Jahr davor, 1993, setzte in der Kunstwelt eine erheblich ansteigende Rezeption für das Œuvre des genialen Avantgardisten und Art-Pioniers der „Verweißungen“ ein. Seither konnte die Galerie ein Dutzend Ausstellungen von und mit Herbert Zangs verwirklichen, sechs davon in enger Kooperation mit dem Künstler. Der gebürtige Krefelder lebte ab Anfang der 1990er Jahre im Hansa Hotel am Hauptbahnhof und wurde bald ein guter Freund der Galerie, der unzählige Male als Gast am Ostwall 64 -66 vorbeischaute, oft zusammen mit seiner Lebensgefährtin Josefine Ochs. In der Kunstwelt erlebt der Maler seit Jahren wieder eine stark wachsende Beachtung: Zangs kommt!

In memoriam Max Müller

Eine Zäsur während der Anfänge bildete auch die erste Ausstellung mit Arbeiten des Krefelder Künstlers Max Müller. Lange Jahre war die Galerie mit ihm verbunden, auch durch gemeinsame Werk-Präsentationen, etwa in Düsseldorf, Oberhausen und den Niederlanden. Bekanntlich ist Max Müller über Ostern 2019 plötzlich verstorben. Es ist sehr betrüblich, dass er nicht am Jubiläum teilnehmen kann.

25 Jahre und mehr als hundert

Über 100 Ausstellungen in 25 Jahren: Da kann an dieser Stelle natürlich nicht jede einzelne gewürdigt werden. Einen Überblick über eine Reihe der besonders markanten Präsentationen vermittelt die beiliegende Aufstellung zur Presse-Information. Es sind sehr bekannte Namen der Kulturwelt unter den Künstlern, die am Ostwall ausgestellt haben. Zu nennen sind da beispielsweise die Ausstellung mit Radierungen und Zeichnungen von Georg Baselitz im Jahre 1999, dann 2001 „Bild-Diskurse“ mit Arbeiten von u.a. Gerhard Richter, Anselm Kiefer, Gotthard Graubner, Sigmar Polke, Günther Förg und Günther Uecker – und im selben Jahr eine Ausstellung mit Originalen von Salvador Dali. Sehr erfolgreich war 1998 eine Werkschau mit dem Star-Gestalter Luigi Collani, der für die Vernissage eigens nach Krefeld reiste. 2006 postulierte eine Jörg Immendorff-Ausstellung von Gemälden und Grafiken das künstlerische Credo: "Jeder Mensch ist ein Maler“.

Erfolgreiche Kooperationen

Ein herausragendes Element der Galerie-Geschichte bildet die enge, vertrauensvolle und langjährige Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Teppichhaus Küstermann, dem direkten Nachbarn am Ostwall. Dadurch ist es möglich, große Ausstellungen in einem sehr atmosphärischen Ambiente mit einem breiten Spektrum an Exponaten zu realisieren - und auch attraktive Dialoge von bildender Kunst und Textilkunst zu arrangieren. Eine Erfolgsgeschichte seit den Anfängen der Galerie.

Erfolgreich und intensiv war auch die Zusammenarbeit mit einem anderen Kunsthändler in Krefeld – der Galerie Christian Fochem an der Wallstraße 14. Es entwickelte sich über viele Jahre ein freundschaftlicher Kontakt mit einem regen kollegialen Austausch, der sich nicht zuletzt in gemeinsamen Projekten manifestierte. So organisierten beide Galerien partnerschaftlich mehrere Ausstellungen zum Œuvre von Herbert Zangs. Der Tod von Christian Fochem im Dezember 2016 hat eine schmerzliche Lücke gerissen – ein großer Verlust für die Kunstszene in der Region. Mittlerweile besteht die Galerie Fochem bekanntlich und bedauerlicherweise nicht mehr.

Seit 2002 organisiert Heidefeld & Partner alle zwei Jahre in der weiten, gartenarchitektonisch gestalteten Parklandschaft der Baumschule Höfkes in Kempen-Unterweiden eine große Freiluft-Werkschau, bei der jeweils über 10.000 Besucherinnen und Besucher Kunst im grünen Ambiente erleben können. „Skulptur & Garten“ ist eine Bühne für jeweils über 40 Bildhauer und Bildhauerinnen (2016 waren es sogar über 50). Das Ensemble der Exponate bietet internationale Perspektiven: Die Künstler kommen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und auch aus Afrika und Japan. So stellte die Japanerin Mariyo Yagi 2016 bei der letzten Werkschau, der achten insgesamt, ihre Skulptur „NAWA Shrine“ aus, die zuvor bei der Biennale in Venedig zu sehen war.

Und seit mehr als 10 Jahren ist die Galerie Heidefeld & Partner freundschaftlich und kulturell mit dem Internationalen Kultur- und Wissenschaftsfestival EURIADE und der Martin-Buber-Universität in Kerkrade in den Niederlanden eng verbunden. Diverse Kunstausstellungen wurden gemeinsam kuratiert.

In jüngster Zeit realisierte Heidefeld & Partner in den Galerie-Räumen beispielsweise die Ausstellungen mit Werken von A.R. Penck und mit der Biennale- Preisträgerin Sonja Kalb (beide 2018). Im vergangenen Jahr konnte die Galerie ihre Räumlichkeiten in der Passage zudem deutlich erweitern.

Die Philosophie

Kunsthandel ist Handeln mit Kunst – und für die Kunst. Unser Selbstverständnis basiert auf der gelebten Überzeugung, dass sich die kommerzielle Ebene immer mit einem kulturellen Auftrag verbindet. So handeln wir mit einer bilateralen, beiderseits fruchtbaren Perspektive - für den Kunstfreund und den Künstler. Dementsprechend hat sich Heidefeld & Partner stets als engagierter Mittler zwischen Künstler und Publikum verstanden. Schon von Anfang an. Diese Galerie-Philosophie hat beiderseits zu einem gewachsenen Vertrauensverhältnis und oft langjähriger Verbundenheit geführt.
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